„So wie der Wähler will, würde ich mir das in einem Jahr gerne wieder angucken“ sagte die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping im Sachsen Fernsehen im August 2024 im Rahmen der Übergabe des Fördermittelbescheids für das Projekt S.A.V.E. an den Kommunalen Eigenbetrieb Leipzig / Engelsdorf. Etwas über ein Jahr später folgte sie jetzt der Einladung des KEE zur gemeinsamen Projektschau. Zu dieser kamen Ende November 2025 neben Frau Köpping auch die Leipziger Bürgermeisterin für Jugend, Schule und Demokratie Vicki Felthaus, Eigenbetriebsleiter Silko Kamphausen, zwei Jugendrichter und Mitarbeiterinnen des Jugendamtes zusammen, um gemeinsam mit den Projektmitarbeiter/-innen Katja Reitler, Aysegül Senkal und Christoph Knittel, vor allem aber mit beteiligten Jugendlichen selbst über das Projekt zu sprechen.
Das Projekt S.A.V.E. ist ambitioniert. Es bietet straffällig gewordenen jungen Menschen die Möglichkeit, ihre gerichtlich auferlegten Arbeitsstunden mit sozialpädagogischer Betreuung zu absolvieren. Mit individueller Begleitung werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert und gemeinsam mit ihnen nachhaltige Perspektiven im Bildungsbereich und am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erarbeitet. Dafür wird den jungen Menschen ein Ort der vorurteilsfreien Begegnung geboten, an dem sie ernst genommen werden. Das spiegelt sich auch in den Erfahrungsberichten der Jugendlichen selbst, die oftmals in prekären familiären und wirtschaftlichen Verhältnissen aufgewachsen sind. An diesem Tag hatten sie viel Positives über S.A.V.E. zu berichten. Sie erklärten mitunter, dass das Projekt so etwas wie ihr „zweites Zuhause“ geworden sei und zeigten damit, wie sehr sie sich von den Projektmitarbeiter/-innen gesehen und wertgeschätzt fühlen, unabhängig davon, welche Fehler sie in der Vergangenheit begangen haben. In den Gesprächen brachten sie zudem ihre Dankbarkeit dafür zum Ausdruck, mittels der Unterstützung der Sozialpädagog/-innen ihre Probleme in Angriff nehmen und neue Ziele und Zukunftspläne entwickeln zu können.
Die anwesenden Jugendrichter Herr Hartleif und Herr Ressel pflichteten den jungen Menschen bei. In ihrer täglichen Arbeit sähen sie, wie viel Unterstützung und Begleitung die jungen Menschen oftmals bräuchten und hoben hervor, wie wichtig deshalb solche Projekte wie S.A.V.E. seien, die die jungen Menschen ganzheitlich betrachten und unterstützen.
Die Projektmitarbeiter/-innen Herr Knittel, Frau Senkal und Frau Reitler konnten dies nur bestätigen. Sie wiesen auf die oft herausfordernden, multiplen Problemlagen vieler Projektteilnehmer/-innen hin. Wohnungs- und Obdachlosigkeit, Suchtproblematiken, Schulabstinenz und fehlende Bildungsabschlüsse gingen oft einher mit kaum vorhandener Alltagsstruktur und fehlenden sozialen wie finanziellen Ressourcen. Die Sozialpädagog/-innen berichteten aber auch von den Projekterfolgen und ihrer alltäglichen, oft herausfordernden, aber sinnstiftenden Arbeit mit den bisher 93 jungen Menschen, in der sie täglich auf deren individuelle Problemlagen eingehen. Bei Bedarf begleiteten sie diese auf dem Weg zurück in das Bildungssystem, machen ihnen praxisnahe Angebote zur beruflichen Interessenerprobung, vermitteln sie in Ausbildung- und Arbeit oder stellen die Versorgung mit Wohnraum sicher.
Die gemeinsame Projektevaluierung von Fördermittelgeber, Projektträger und Stakeholdern zeigte damit, dass die aufgebrachten finanziellen Mittel im Projekt verantwortungsvoll und zielführend eingesetzt werden. Vor allem aber zeigte sie, dass jungen Menschen im Projekt S.A.V.E. auf Basis individueller Lebenslagen und einem offenen, respektvollen Umgang miteinander tragfähige Zukunftsperspektiven geboten werden.